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Ketamin — hero

Dissoziativum · arylcyclohexylamine

Ketamin

aka K · Ket · Keta · Special K · Kekse

Zuletzt geprüft

Ketamin ist ein NMDA-Rezeptor-Antagonist, ursprünglich als dissoziatives Anästhetikum entwickelt. In subanästhetischen Dosen erzeugt es Euphorie, Körperdissoziation, sensorische Verzerrung und (bei höheren Dosen) das sogenannte „K-Hole" — einen tiefen dissoziativen Zustand. Es wird auch klinisch als schnell wirkendes Antidepressivum untersucht und eingesetzt.

Chronischer, starker Konsum ist mit schweren, teilweise irreversiblen Blasenschäden (Ketamin-Zystitis) und kognitiven Beeinträchtigungen verbunden. Die Dosis-Wirkungs-Kurve ist steil; was sich wie das 1,5-fache einer normalen Dosis anfühlt, kann in einem K-Hole enden; und Toleranz baut sich innerhalb von Tagen auf.

Schadensminimierung

  • Wiege deine Dosen. Schätzen ist unzuverlässig; eine kleine Küchenwaage (0,01 g Präzision) ist das richtige Werkzeug. Vorgewogene „Bumps" helfen, schleichende Dosissteigerungen zu vermeiden.
  • Warte 60 Minuten zwischen den Bumps. Die Versuchung, den Come-up zu jagen, ist der häufigste Grund für ungewollte K-Holes.
  • Niemals mit Depressiva kombinieren. GHB/GBL, Opioide, Alkohol und Benzodiazepine verursachen Atemdepression. Ketamin in Kombination damit erhöht das Risiko von Bewusstlosigkeit, Erbrechen und Aspiration drastisch.
  • K-Hole-Position ist entscheidend. Wenn du tiefer gehst als geplant, kannst du dich nicht mehr bewegen. Lege dich auf die Seite an einem sicheren Ort. Niemals allein in einem Stuhl oder nahe harten Kanten ins K-Hole gehen.
  • Achte auf deine Blase. Wenn das Wasserlassen schmerzhaft, häufig, dringend oder blutig wird, sofort den Konsum komplett einstellen. Symptome können nach Absetzen bestehen bleiben oder fortschreiten; früh einen Urologen aufsuchen.
  • Häufigkeit ist wichtiger als Dosis. Mehrmals pro Woche (oder täglicher Konsum) ist der Bereich, in dem die schlimmsten Schäden auftreten.

Dosierung.

Geschnupft
Schwelle
10 mg
Leicht
20–50 mg
Üblich
50–100 mg
Stark
100–150 mg
Schwer
150 mg
Oral
Schwelle
40 mg
Leicht
75–150 mg
Üblich
150–300 mg
Stark
300–450 mg
Schwer
450 mg
Intramuscular
Schwelle
10 mg
Leicht
15–40 mg
Üblich
40–75 mg
Stark
75–125 mg
Schwer
125 mg

Unten anfangen. Körperchemie, Toleranz und Mischkonsum verändern alles.


Wirkdauer.

Geschnupft

gesamt ~ 340 min
Eintritt: 5–10 minPeak: 30–45 minAbbau: 30–45 minNachwirkung: 60–240 min
Eintritt
5–10 min
Peak
30–45 min
Abbau
30–45 min
Nachwirkung
60–240 min

Oral

gesamt ~ 600 min
Eintritt: 10–30 minPeak: 45–90 minAbbau: 60–120 minNachwirkung: 2–6h
Eintritt
10–30 min
Peak
45–90 min
Abbau
60–120 min
Nachwirkung
2–6h

Intramuscular

gesamt ~ 245 min
Eintritt: 1–5 minPeak: 20–30 minAbbau: 20–30 minNachwirkung: 60–180 min
Eintritt
1–5 min
Peak
20–30 min
Abbau
20–30 min
Nachwirkung
60–180 min

Wirkung.

Positiv

  • Euphorie
  • Dissoziation vom Körper
  • Musik- und Klangverstärkung
  • Reduktion körperlicher Schmerzen
  • Antidepressive Wirkung (niedrige Dosen, seltener Konsum)

Neutral

  • Zeitverzerrung
  • Visuelle Veränderungen (Bewegungsunschärfe, Tiefenabflachung)
  • Nystagmus (unwillkürliche Augenbewegung)
  • Verwaschene Sprache

Negativ

  • Starke Ataxie (Verlust der motorischen Koordination) bei hohen Dosen
  • Übelkeit, besonders in Kombination mit Essen oder Alkohol
  • „K-Hole" (intensive Ich-Auflösung / außerkörperliche Erfahrung)
  • Blasenschädigung bei chronischem, häufigem Konsum (ernstes Risiko)
  • Kurz- und langfristige Gedächtnisstörungen bei starkem Konsum

Wechselwirkungen.

Achtung

Viele Kombis sind auch in kleinen Dosen riskant. Im Zweifel weniger nehmen oder lassen. Immer mit dem Wechselwirkungs-Check abgleichen.
Gefährlich

Kombi kann ernsthaft schaden. Finger weg.

  • tramadol
  • ghb
  • opioids
  • alcohol
Riskant

Erhebliches Risiko. Lass besser.

  • dxm
  • benzodiazepines
  • gbl
Vorsicht

Leichte Wechselwirkung. Dosis runter.

  • stimulants
  • mdma
  • cannabis
  • psychedelics

Testing.

  • ReagenzMorrisErwartete ReaktionGelb bis orange (nach 30 Sekunden)
  • ReagenzMeckeErwartete ReaktionKeine Reaktion (negativ erwartet)
  • ReagenzMandelinErwartete ReaktionOrange-braun
  • ReagenzSimonErwartete ReaktionKeine Reaktion

Mit zweitem Reagenz gegenchecken. Tests zeigen oft nur, was es nicht ist, nicht immer, was es ist.

Safer Use

FAQ.

Wie lange wirkt Ketamin?
Eine typische orale Einnahme von Ketamin erreicht den Peak nach etwa 45–90 Minuten und klingt dann aus, mit Nachwirkungen, die mehrere Stunden anhalten können. Das Zeitfenster hängt von Dosis, Körpergewicht und davon ab, was du sonst gegessen oder genommen hast.
Kann man an Ketamin überdosieren?
Ja. Höhere Dosen erhöhen das Risiko von akuten Schäden (Kreislaufbelastung, Überhitzung, Probleme mit dem Serotoninsystem, bei Downern Atemdepression). Bleib bei der niedrigsten Dosis, die dir reicht, kein blindes Nachlegen, und nutz vorher unseren [Dosis-Rechner](/tools/dosage-calculator).
Macht Ketamin abhängig?
Ketamin kann bei häufigem Konsum eine psychische Abhängigkeit erzeugen, besonders wenn du es zur Selbstmedikation nutzt. Körperliche Abhängigkeit hängt von der Substanzklasse ab. Sicherer ist seltener Konsum mit langen Pausen (oft mindestens 4–6 Wochen) und ein ehrlicher Blick darauf, warum du gerade greifst.
Wie fühlt sich Ketamin an?
Die typischen Effekte stehen oben im Wirkungen-Abschnitt. Set und Setting prägen die Erfahrung massiv: ein ruhiger Ort, vertraute Leute, was du gegessen hast, Schlaf in der Nacht davor und deine aktuelle Stimmung zählen mehr als die meisten denken.
Kann man Ketamin mit Alkohol mischen?
Mit Alkohol mischen ist selten eine gute Idee — er trübt das Gefühl dafür, wie viel du eigentlich genommen hast, dehydriert und belastet den Kreislauf doppelt. Wenn Alkohol dabei ist, trink weniger als sonst, wechsel mit Wasser ab, und check die Mische vorher im [Wechselwirkungs-Checker](/tools/interaction-checker).
Wie teste ich Ketamin zuhause?
Ein einfaches Reagenz-Kit (Marquis + Mandelin + Mecke für die meisten Stimulanzien/Entaktogene; Ehrlich für Tryptamine) gibt dir einen schnellen Check, ob das drin ist, was draufsteht. Es misst keine Dosis und keine Reinheit, schließt aber die gefährlichsten Verwechslungen aus. Erwartete Farben pro Reagenz stehen im [Reagenz-Guide](/tools/reagent-guide).
Wie viel Ketamin ist zu viel?
Es gibt keine einheitliche Zahl. Als Faustregel: alles über dem 'starken' Dosisbereich (300-450 mg auf dem Hauptweg) bringt deutlich höheres Risiko akuter Schäden. Niedrig anfangen, nicht blind nachlegen, und bedenken, dass die Reinheit von Charge zu Charge schwankt.
Wie schnell wirkt Ketamin?
Der Onset liegt typisch bei 10-30 Minuten über den Hauptweg. Nicht nachlegen, weil du 'noch nichts spürst.' Viele Leute haben es übertrieben, indem sie in der Anflutphase nachgelegt haben.
Baut man Toleranz gegen Ketamin auf?
Ja. Regelmäßiger Konsum baut Toleranz auf, du brauchst mehr für denselben Effekt. Diese Eskalation erhöht sowohl Gesundheitsrisiko als auch Abhängigkeitspotenzial. Das beste Mittel sind lange Pausen (mindestens 2-4 Wochen, bei MDMA-artigen Substanzen 3 Monate).
Wird Ketamin im Standard-Drogentest nachgewiesen?
Standard-5-Panel-Tests (SAMHSA-5) screenen nicht gezielt auf Ketamin. Erweiterte Panels (10-12) oder Spezialtests können es nachweisen. Wenn Tests ein Thema sind, informier dich über das konkrete Panel.

Verwandte Tools.


Quellen.

  1. 01PsychonautWiki: Ketamin
  2. 02TripSit-Faktenblatt: Ketamin